FAT-Abnahme: Was FAT bei der Werksabnahme bedeutet

FAT steht für Factory Acceptance Test, auf Deutsch Werksabnahmeprüfung. Bei der FAT-Abnahme prüft der Hersteller eine Maschine oder Anlage in seinem Werk, häufig gemeinsam mit dem Kunden, bevor sie ausgeliefert wird. Dieser Artikel zeigt, wer daran beteiligt ist, welche Fehler sich vermeiden lassen und wie es danach mit dem Site Acceptance Test (SAT) weitergeht.

Was ist ein Factory Acceptance Test?

Der Factory Acceptance Test stellt eine kritische Phase in der Qualitätssicherung dar. Aber was beinhaltet dieser Prozess genau und warum ist er so wichtig?

  • Prüfungsprozess: Der FAT ist ein zentraler Schritt, um zu gewährleisten, dass Anlagen vor der Lieferung an den Kunden den Anforderungen entsprechen.
  • Funktionale Prüfung: Hierbei wird überprüft, ob alle Systemkomponenten ordnungsgemäß funktionieren.

Wer bei der FAT-Abnahme was tut

Vor dem FAT sollte feststehen, wer die Prüfungen durchführt, wer Mängel bewertet und wer das Protokoll unterschreibt. Typisch sind diese Rollen:

  • Projektleitung des Herstellers: koordiniert den Termin, den Testaufbau und die nötigen Unterlagen.
  • Inbetriebnehmer und Qualitätssicherung des Herstellers: bedienen die Anlage während der Tests und halten Messwerte fest.
  • Konstrukteure und Programmierer stehen für Rückfragen bereit, wenn eine Funktion anders arbeitet als vereinbart.
  • Kunde oder sein Abnahmeingenieur: prüft anhand der vereinbarten Spezifikation und Abnahmekriterien und bewertet, ob ein Mangel den Versand aufhält. Wie weit diese Entscheidung reicht, legt der Vertrag fest. Oft kommen Betreiber oder Instandhaltung des Kunden dazu.
  • Bei Bedarf ein externer Sachverständiger, wenn der Vertrag eine unabhängige Prüfung vorsieht.

Klären Sie vor dem Termin auch, ob die Unterschrift nur das Protokoll bestätigt oder schon den Versand freigibt.

Typische Fehler bei der FAT-Abnahme

Diese fünf Fehler haben ihren Ursprung meist in der Vorbereitung:

  • Toleranz ohne Messverfahren: Im Lastenheft steht ein Grenzwert, aber nicht, womit und unter welchen Bedingungen gemessen wird. Am Prüftag misst jede Seite anders.
  • Testaufbau unvollständig: Ohne Musterteile oder Originalmaterial lassen sich manche Funktionen im Werk nur teilweise prüfen. Welche Prüfungen beim SAT nachgeholt werden dürfen, müssen die Beteiligten vereinbaren und dokumentieren.
  • Mängel ohne Einstufung: Viele Projekte teilen Mängel in Klassen ein, etwa A (Versand gesperrt), B (bis zum SAT beheben) und C (kleiner Restpunkt). Welche Klassen gelten und was sie bedeuten, wird je Projekt vereinbart. Fehlt so eine Einteilung, wird jede Kleinigkeit zur Grundsatzfrage.
  • Nachweise fehlen: Messwerte werden nur mündlich bestätigt, Fotos liegen zum Beispiel auf privaten Handys. Wochen später lässt sich nicht mehr belegen, was geprüft wurde.
  • Offene Punkte ohne Besitzer: Am Ende des Prüftags steht eine lange Liste, doch wer welchen Punkt übernimmt, ist nicht geklärt.

Schritte zu einem erfolgreichen Factory Acceptance Test

Ein strukturierter Ansatz ist wichtig für einen erfolgreichen FAT. Im Folgenden Schritte, die für eine erfolgreiche Durchführung eines Factory Acceptance Tests erforderlich sind.

  1. Vorbereitung der FAT-Prüfung: Eine sorgfältige Planung bildet das Fundament für jeden erfolgreichen Test.
  2. Durchführung der Prüfung: Die Durchführung der Prüfung muss präzise und gemäß dem vorher festgelegten Plan erfolgen.
  3. Überprüfung und Anpassungen: Nach den Tests ist es wichtig, die Ergebnisse zu analysieren und ggf. Anpassungen vorzunehmen.
  4. Endgültige Abnahme: Erst nach einem erfolgreichen Test sollte die Anlage für die Lieferung freigegeben werden.

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Nach dem FAT: Site Acceptance Test (SAT)

Nach einem erfolgreichen Factory Acceptance Test geht es weiter zum Site Acceptance Test (SAT), der die Überprüfung der Anlagen und Systeme am Einsatzort des Kunden umfasst. Die Unterschiede zeigt die Tabelle FAT und SAT im Vergleich. Der SAT ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesamten Qualitäts- und Abnahmeprozesses, da er sicherstellt, dass die Anlage nicht nur unter idealen Testbedingungen im Herstellerwerk, sondern auch unter spezifischen Bedingungen beim Kunden einwandfrei funktioniert.

Der SAT ist aus mehreren Gründen von großer Bedeutung:

  • Echtwelt-Bedingungen: Er testet die Ausrüstung unter realen Betriebsbedingungen, was oft Einblicke gibt, die im Rahmen des FAT nicht möglich sind.
  • Kundenbestätigung: Der Kunde kann die Ausrüstung im Kontext seiner eigenen Prozesse und Systeme testen und abnehmen.
  • Endgültige Korrekturen: Eventuelle letzte Anpassungen oder Korrekturen können vor der endgültigen Inbetriebnahme vorgenommen werden.
  • Training des Bedienpersonals: Der SAT bietet auch eine Gelegenheit für das Bedienpersonal, sich mit neuen Anlagen vertraut zu machen und entsprechendes Training zu erhalten.

Ein gründlich durchgeführter SAT bestätigt, dass installierte Anlagen voll funktionsfähig sind und den Anforderungen des Kunden entspricht, wodurch das Risiko von späteren Ausfallzeiten und teuren Nachbesserungen minimiert wird.

FAT in Ihrem Unternehmen

Ein FAT ist gut vorbereitet, wenn Abnahmekriterien, Rollen und der Umgang mit Mängeln vor dem Termin feststehen. Dann bleibt am Prüftag Zeit für das Wesentliche: die Anlage selbst. Beim SAT wird anschließend geprüft, ob die Anlage auch am Aufstellort die vereinbarten Anforderungen erfüllt.

Kleinere Teams kommen dafür oft mit einer Checkliste auf dem Tablet oder Smartphone aus, mit Fotos am Prüfpunkt und Unterschrift auf dem Gerät. Mit firstaudit ist das für einen Benutzer dauerhaft kostenlos.


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