Ingenieur und Lagermitarbeiter unterhalten sich beim Gang durch die Fabrikanlage

Go to Gemba!

Unmittelbar verwandt mit dem Business Management by Walking Around (MBWA), ist der so genannte Gemba Walk ein elementarer Bestandteil der Lean-Philosophie: Dabei basiert das Prinzip auf der offenkundigen Beobachtung von Problemen in Unternehmen respektive deren Abläufen. Der Begriff Gemba stammt aus Japan, in die deutsche Sprache übersetzt mit „eigentlicher“ oder „realer Ort“. Am „eigentlichen Ort“, dem für ein Problem im Gesamtsystem genau zu definierenden, zu detektierenden Ort der Ursache, setzt Gemba an.

Ursachenforschung mit dem Gemba Walk

Dabei führt der Gemba Walk schrittweise in die Tiefe und nähert sich detailliert den Schwachpunkten im Herstellungsprozess oder einer Dienstleistung. Sind die Probleme erst identifiziert, können Ineffizienz und Qualitätsmängel im Kern erfasst und auch beseitigt werden. In Sachen Dienstleistung liegen die Probleme im Business-Alltag oftmals beim sozialen Austausch, so zum Beispiel bei Schwierigkeiten hinsichtlich der Kommunikation zwischen den Handelspartnern, fehlendem Vertrauen in fachliche Kompetenzen oder mangelnder Wertschätzung. Um qualitativ auf das gewünschte Niveau zu gelangen, ist primäre Aufgabe von Führungskräften im Unternehmen also, sich unmittelbar am Ort der Wertschöpfung über den Status quo zu informieren. Schließlich gilt es, die eigenen Ressourcen so optimal wie möglich auszuschöpfen, um im Wettbewerb nicht nur zu bestehen, sondern die Nase vorn zu haben: Denn beim konkreten Austausch mit den handelnden Personen im Bereich der Fertigung sowie mit den Kunden, lassen sich solche Informationen am besten gewinnen. So kann schlummerndes Optimierungspotenzial und die Ursache möglicher Probleme detektiert und in der Folge dauerhaft abgestellt werden.

Gemeinsamer Dialog für ein perfektes Qualitätsmanagement

Vom Dialog mit allen am Prozess Beteiligten profitiert das gesamte Kommunikationssystem im Unternehmen. Schließlich erfährt auch der an der Maschine tätige Mitarbeiter durch die persönliche Ansprache und die Einbindung in den Prozess, eine überaus motivierende Wertschätzung. Zugleich mündet das interdisziplinär freigelegte Wissen um den detailreichen Aufbau der ineinandergreifenden Arbeitsprozesse in der Regel in einem regen Austausch aller Beteiligten. Auf allen Business-Ebenen – und kann dann bestenfalls der Startschuss zur Bildung einer kreativen Ideenbörse unter der Belegschaft sein, zugunsten eines deutlich optimaleren Workflows als bisher.

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